zum Hochwasserschutz

Der Waldsee wird von den Berliner Wasserbetrieben als Regenwasser-Auffangbecken genutzt. Der Wasserspiegel des Waldsees, der normalerweise zwischen 35,5 und 35,7 m über Normal Null liegt, darf dafür witterungsbedingt für kurze Zeit um 60 cm, also bis auf 36,3 m angehoben werden. Das steht als Dienstbarkeit in den Grundbüchern der Anrainer. Foto Grundbuchauszug

Um eine Überschreitung des maximal erlaubten Wasserstandes zu verhindern war der Waldsee bis in die 80er Jahre mit einem Ablauf in den Schlachtensee ausgestattet, der etwas unter dem maximalen Pegel lag. Im Zuge der ökologischen Sanierung des Schlachtensees wurde diese Verbindung geschlossen, um das Badegewässer Schlachtensee vor Waldseewasser minderer Qualität zu schützen.

Seither kam es in den Jahren 2007 und 2017 zu wochenlangen Hochwassern am Waldsee, die deutlich über dem erlaubten Maximalpegel lagen. Je nach Steilheit des Geländes wurden dabei weite Bereiche der Anrainergrundstücke überschwemmt. Die wochenlangen Überschwemmungen führten zum Absterben vieler großer alter Bäume im Uferbereich und zu Schäden an einigen Häusern. Da der dichte Baumbestand sehr wichtig für die Ökologie des Biotops um den Waldsee ist und viele Bäume durch die beiden Hochwasser stark vorgeschädigt sind, fordert der Verein die sofortige Einhaltung der maximal erlaubten Obergrenze!

Die Kanal-Verbindung ist nach wie vor intakt und wurde beim Hochwasser 2017 – nach wochenlangen Verhandlungen zwischen Verein, Bezirksamt und den Berliner Wasserbetrieben – schließlich zum Ableiten des abgepumpten Waldseewassers genutzt. Lediglich der Kanaleingang am Waldsee wurde in den 80er Jahre verschlossen.

Ab Mitte 2020 hat der Bezirk die Berliner Wasserbetriebe dazu verpflichtet, bei Starkregen den Pegelstand von 36,30 m+NN nicht zu überschreiten und bereits ab einem Pegelstand von 36,10 m+NN durch geeignete Maßnahmen eine Ableitung des Überschusswassers sicherzustellen. d.h. wir erwarten das der vorhandene Überlaufkanal zum Schlachtensee wieder aktiviert wird, um so einen Notüberlauf zu schaffen.

Wir respektieren selbstverständlich den Schutz des Badegewässers Schlachtensee, können aber nicht erkennen, daß vom Waldseewasser eine Gefährdung ausgeht. Unsere Untersuchungen zeigen, daß die Nährstoffbelastung des Waldseewassers deutlich geringer ist als die von Straßen-Regenwasser. Der Waldsee würde Im Hochwasserfall als Vorfluter fungieren, der Straßenwasser verdünnt und klärt bevor etwas davon in den Schlachtensee abgeleitet würde. Das abzuleitende Volumen entspräche bei einem Hochwasser wie 2017 nur ca. 1% des Schlachtensee-Volumens.  Etwaige Verunreinigungen würden also noch mal um einen Faktor 100 im Schlachtensee verdünnt. Außerdem käme es nur in Notfällen, wie den „Jahrhundert-Starkregen“ von 2007 und 2017 überhaupt zu einer Ableitung in den Schlachtensee.

Hier gilt es also abzuwägen zwischen dem Erhalt des Waldsees als stadtnahem Biotop und Rückzugsort zT. bedrohter Tierarten und der noch nicht einmal theoretisch anzunehmenden Gefährdung des Badegewässers Schlachtensee. Unsere Entscheidung ist klar: im Interesse der Tier-und Pflanzenwelt am Waldsee fordern wir die Reaktivierung des Ableitkanals!